schöne seite ... Der Antisemitismus, der mit Hitler plötzlich von einem kaum beachteten kleinen Randerscheinung (weniger als 2 % der Bevölkerung)ins monströse und irrationale wuchs hatte keinerlei innen- wie aussenpolitische Hintergründe oder gar Rechtfertigung gehabt ! Die jüdische Bevökerung war seit Generationen in Deutschland / Preussen integriert und trug zu seinem Ansehen und Wachstum bei. Die meisten Juden waren auch ihrer eigenen Tradition eher fern, und gingen nicht / kaum in eine Synagoge. Sie waren stolz, Deutsche Franzosen etc. zu sein und die Frage der Abstammung interessierte eigentlich niemanden der Umgebung. Während der Kaiserzeit gab es (ausser kleinen Neidereien) so gut wie keinen Antisemitismus. Warum auch? Dem Land ging es ausgezeichnet, war innerhalb weniger Jahrzehnten das mächtigste und reichste (nach Amerika)geworden. Und leider auch im Verhalten affektierter, grundlos unzufriedener (Esel will aufs Eis) und überheblicher geworden. Die Bescheidenheit und Zurückhaltung, mit der die preussische Bevölkerung häufig von ausländischen Gästen als sympathisch beschrieben wurde wurde leider von diesen Zügen überschattet ... Und dann der erste Weltkrieg. Ich meine mal: der unseligste Charakterzug der Deutschen (die auch viele gute haben) ist, daß sie bei Problemen und Scheitern stets nach aussen schauten und Sündenböcke für ihre eigenen Fehler suchten. Und daß sie in dem Moment, wo sie am allerwenigsten selbst mit ihren Problem zurechtkommen (Misserfolge) seltsamerweise gerade dann besonders stark dazu neigen, andere belehren zu müssen.? Das millionenfache eigene Fehlverhalten war der Wunsch der europäischen Bevölkerung nach einem 1. Weltkrieg (siehe Geschichtsbücher). Weil ihnen Kultur, Wohlstand und gutmütige Monarchie offenbar zu langweilig war. Ähnlich Frankreich, England, ... Als sie diesen sinnlosen Krieg nun bekamen und mit 15 Mio Toten und moralischen Krüppeln ihre Quittung, da wurden Sündenböcke gesucht, und da hatte man damit selbst natürlich gar nichts zu tun gehabt: Der erste unschuldige war der eher kriegsdesinteressierte Kaiser Wilhelm, der ins Exil geschickt wurde. Ein politischer Kardinalfehler und eine klägliche Illoyalität einer Bevölkerung ihrer besten Hohenzollern-Tradition seit 1701 sondersgleichen !! Und in Deutschlands Inneren war ab 1919 eine ziellose Schuldsuche auf alles mögliche: Dolchstoßlegende, Sozialdemokraten, Monarchen, Kirche, links, rechts und auch Juden. Keine Lüge konnte abstrus genug sein, um davon abzulenken, daß man den Krieg durch die vielen taktischen Fehler der Generalität verloren hatte. Es hätten genausogut auch die Eskimos sein können oder die Schuldfrage hätte auch eine Theorie gefunden an allen Leuten, die an einem Neumondtag geboren wurden ... Ich meine, von diesem Jahr 1918, hatte sich Deutschland (bis heute) nie mehr erholt, ab dann ging es moralisch und geschichtlich bergab. Der Antisemitismus hatte keinerlei innen- oder aussenpolitischen Hintergrund oder Rechtfertigung,
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